horizonte

 

hoffnung

beginnt

wenn man

im nebel

den horizont

klar definiert

sieht

wenn man

taub geboren

musik

komponiert

wenn man

in der wüste

etwas pflanzt

wenn man

in hoffnungslosigkeit

träume säät

wenn man

sich aufmacht

unmögliches

möglich

zu machen…

hoffnung

ist

etwas

großartiges

hoffnung

ist

unser

horizont…

 

 

 

 

 

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meuterei

kalte luft

noch immer

scheint alles

komplett erstarrt

der würgegriff

des winters

dauerte viel zu lange

die köpfe gesenkt

die schultern hochgezogen

augen so trübe

eisige handschrift

einer klirrenden vorherrschaft

kahl und hohl

landschaften

städte

gärten

menschen

keine farben

nur grau und blasses braun

alles ausgewrungen

trostlos

und wie tot

wir dachten schon

es wäre

für immer

doch

ist da plötzlich

etwas anderes

noch ein wenig zart

und unscheinbar

und man mag

es kaum glauben

aber

in der luft

schwingt aufeinmal

ganz zart

etwas eigenartiges

da regt sich was

streckt sich

unaufhörlich

aus der tiefe

der erde

in obere schichten

wühlt sich durch totes laub

und platte bleiche gräsermeere

durch wurzeln

äste

immer höher

fließt in puslierenden strömen

und trotzt frostigen nächten

es riecht endlich wieder

nach aufbruch

so wunderbar

der duft der

meuterei

am ende

eines langen

winters

beruhigt mich

die verlässliche rückkehr

des frühlings

und die ahnung

und dass alles

wieder gut

werden wird

wärmende sonne

auf hungriger haut

sattes grün in allen

schattierungen

blüten

und dann irgendwann

süßes obst

in alten bäumen

und das  goldne korn

reifend

auf endlosen äckern

schwalbenflug

und grillengesang

sommerabende

so satt und endlos

das licht

wenn mücken

am see schwirren

und wir da sitzen

mit den füßen im sand

und unser glück

irgendwie

nicht fassen können

 

 

 

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ich falle…

ich falle

ich falle

auseinander

stück für stück

jeden tag

ein  kleines stück

falle ich

auseinander

mit all der zeit

seitdem du

nicht mehr hier bist

falle ich auseinander

ich falle

zerberste

stück für stück

jeden tag

ein kleines stück mehr

jeden tag

ziehen die risse tiefer

zerbröckelen meine fundamente

bitte komme zurück

du hast mich immer

zusammen gehalten

wenn die dinge

außer kontolle gerieten

hast mich geerdet

mich mir selbst gezeigt

wer ich wirklich bin

in all den momenten

in dene ich davon schwamm

wenn ich so verletzlich

und angreifbar war

dann warst du

stets mein anker

mein halt

egal

wie verloren

mir alles erschien

du warst da

ein fels in meiner tosenden see

hast mich aufgefangen

und stets wieder

zusammengefügt

bitte komme zurück

denn du bist

der fehlende teil

des großen ganzen

du

fehlst mir so

denn du bist

ein teil

von mir

und ohne dich

fühle ich mich

irgendwie

ganz schrecklich

verloren…

 

 

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julinacht

 

was ist damals

geschehen?

was hat dich so sehr

aus der bahn geworfen?

wir saßen damals

in einer heißen julinacht

vor der kneipe

die gläser beschlugen von außen

und von innen wurde

das bier warm

wir redeten dies

wir redeten das

zwei stunden zuvor

kam deine sms

dass du mich

gerne sehen wolltest

dabei hattest du schon länger

distanz gehalten

gerade noch lachten wir

dann sagtest du

„mir geht es nicht gut..“

ich sah dich an

fragte nach

aber eine antwort kam nicht mehr

deinen blick

in diesem moment

werde ich niemals vergessen

später verabschiedeten wir uns

wie immer

an der kreuzung

du hattest mich ein wenig zu fest

gedrückt

und etwas zu lange

in den armen gehalten

es fühlte sich

irgendwie an

wie ein festhalten

an mir

wie ein abschied

erst jahre später

begriff ich

dass es

tatsächlich einer war

du warst ein ertrinkender

im freien fall

du entschwandest

einfach so

lebtest fortan

in einem paralleluniversum

warst immer nah

und doch so verdammt

fern

ich vermisse dich

vermisse die zeit

mit dir

so sehr

und in stillen momenten

sehe ich immer wieder

diesen

deinen blick

so verzweifelt

so schrecklich

einsam

und ich

konnte dir

nicht helfen

seitdem geht

ein tiefer riss

durch meine mitte

 

 

 

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irrlichter

fremd

bin ich mir geworden

verwirrt betrachte mich

mit abstand

wo bin ich

nur geblieben?

sehe mich

wild schwimmend

in fremden gewässern

pflüge mich mit aller kraft

durch tiefe wellentäler

versuche nicht unterzugehen

wenn der nächste dunkle berg

bedrohlich naht

schlucke wasser

das man

nicht trinken kann

strampele in der flut

versuche

oben zu bleiben

und wenn ich

mich bemühe

meine kräfte zu schonen

lege ich mich auf den rücken

und dann

sehe ich milliarden

von sternen

über mir

ach so funkelnd

im tiefsten schwarz

der stummen unendlichkeit

sehe so klar

all meine träume

sehnsüchte und

das

was mich ausmacht

aber zu weit weg

dort oben

das spiegelbild

von mir

dem leben

das ich führen sollte

das mir bestimmt wäre

und der ahnung eines fingerabdrucks

meiner seele

was ist nur geschehen

dass ich mir selbst

abhanden gekommen bin?

unterwegs

einfach so

untergegangen…

will ich nach mir tauchen

erkenne ich nur

schemenhafte umrisse

viel zu tief

um mich selbst

bergen zu können

dennoch

schraube ich mich

stück für stück

nach unten

getrieben von

heißer verzweiflung

während

die sterne

da oben strahlen

wie zum abschied

denn mir geht

allmählich

der atem aus…

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zu spät

 

 

zusammen gesunken

auf einem stuhl

spät in der nacht

die schatten an den wänden

werden lang

und die kälte kriecht

schleichend in mich

ich blicke zurück

laufe mich taub

in erinnerungen

und dann

brechen plötzlich

staudämme

zerbersten mauern

alltagskonstrukte

stürzen ein

masken zerfallen

bröseln einfach so dahin

und ich liege nackt

in den gewaltigen fluten

der erkenntnis

dass das alles so gar

nichts nützt

das was war

werde ich nicht mehr

ändern können

sehnsucht

ist

eine

verdammt

einsame

reise

 

 

 

 

 

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für immer

 

 

für immer

gewoben das band

egal

was geschieht

es wird niemals

reißen

diese kraft

ist unerschöpflich

beständig

gegen alle witterungen

dieses lebens

eingeflochten

so viel hoffnung

und der glaube

dass man das unmögliche

möglich machen kann

der hauptstrang

besteht

aus purer

purer liebe

daher lautet

das haltbarkeitsdatum:

für immer!

 

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