weihnachtsnacht

 

die kerzen

abgebrannt

die töpfe

leer

das geschirr wieder

sauber im schrank

auf dem tisch

brotkrümel

zerknüllte servietten

und ein paar verwaiste gläser

 

weihnachtsnacht

wenn alle schon gegangen

in diesen räumen

hatten wir

stunden voller lachen

köstliche speisen

hellwarme gespräche

und glänzende kinderaugen

geschenkpapierberge

zwischen erwachsenenbeinen

und all dies

war so lang ersehnt

und ist nun doch

schon wieder

vergangenheit

 

weihnachtsnacht

wenn alle schlafen

stehe ich mit

einem letzten glas wein

und einer zigarette

auf dem balkon

blicke auf dunkle

stille strassen

in ein paar erleuchtete fenster

sehe einen alten mann

an seinem küchentisch

der dort einsam sitzt

wie jeden tag

 

weihnachtsnacht

am himmel keine sterne

kein schnee

der friedlich fällt

kein festlich glanz

nur trübes laternenlicht

das in schwarze pfützen sinkt

ein paar gestalten

die im schutz der schatten

ihrer stillen wege eilen

und ein betrunkner mensch

der sich an der ecke

erbricht

 

weihnachtsnacht

ich habe glück

in meinem diesem leben

denke ich still

und dankbar

lösche die letzten lichter

noch einen blick

auf die schlafenden kinder

die schon bald zu groß

für den weihnachtsmann

so staune ich

und dann

lege ich mich

lächelnd

neben

dich

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Glück, Großstadt, Herz, Leben, Liebe, Lyrik, Sehnsucht, Straße

2 Antworten zu “weihnachtsnacht

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