frühdienst

 

nachtschwärze weicht

einem zarten glimmen

am horizont

der masse herzen

schlägt im sanften takt

des schlafmodus

millionenfach

das ruhige atmen

auf zerwühlten laken

und zerdrückten kissen

nicht ahnend

dass sich draußen

unaufhaltsam

ein neuer tag

erhebt

 

die straßen still

und leer

einsam

fahre ich

auf der stadtautobahn

wie der letzte überlebende

der menscheit

laternenlicht

und verblassende sterne

mein stummes

geleit

 

alles ist so unschuldig

in diesen ersten stunden

eines neuen tages

unschuldig und

unbeschrieben

wie das antlitz

eines neugeborenen

vor dem erwachen

 

die luft

frisch und würzig

was später schal

und verbraucht

noch ruht der riese

die gigantische maschinerie

still gelegt

ein paar zuckungen

hier und da

das räkeln

sanftes zittern

bevor die motoren

starten

und sich die hallen füllen

 

gestern ist vorbei

und das heute

sich augenreibend

zum sprung bereit

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Eingeordnet unter Beobachtung, Berlin, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Großstadt, Leben, Lyrik, Straße

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