meuterei

kalte luft

noch immer

scheint alles

komplett erstarrt

der würgegriff

des winters

dauerte viel zu lange

die köpfe gesenkt

die schultern hochgezogen

augen so trübe

eisige handschrift

einer klirrenden vorherrschaft

kahl und hohl

landschaften

städte

gärten

menschen

keine farben

nur grau und blasses braun

alles ausgewrungen

trostlos

und wie tot

wir dachten schon

es wäre

für immer

doch

ist da plötzlich

etwas anderes

noch ein wenig zart

und unscheinbar

und man mag

es kaum glauben

aber

in der luft

schwingt aufeinmal

ganz zart

etwas eigenartiges

da regt sich was

streckt sich

unaufhörlich

aus der tiefe

der erde

in obere schichten

wühlt sich durch totes laub

und platte bleiche gräsermeere

durch wurzeln

äste

immer höher

fließt in puslierenden strömen

und trotzt frostigen nächten

es riecht endlich wieder

nach aufbruch

so wunderbar

der duft der

meuterei

am ende

eines langen

winters

beruhigt mich

die verlässliche rückkehr

des frühlings

und die ahnung

und dass alles

wieder gut

werden wird

wärmende sonne

auf hungriger haut

sattes grün in allen

schattierungen

blüten

und dann irgendwann

süßes obst

in alten bäumen

und das  goldne korn

reifend

auf endlosen äckern

schwalbenflug

und grillengesang

sommerabende

so satt und endlos

das licht

wenn mücken

am see schwirren

und wir da sitzen

mit den füßen im sand

und unser glück

irgendwie

nicht fassen können

 

 

 

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Eingeordnet unter Allgemein, Auftrieb, Bäume, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Glück, Hoffnung, Kraft, Leben, Liebe, Lyrik, Sehnsucht, Wunder

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