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master of desaster

 

wüsten wandern

berge sterben

meere steigen

die pole schwinden

jahrhunderte kommen

epochen verblassen

und wir

wir drehen

uns immer weiter

im selbstauferlegten

größten schwindel

aller zeiten

 

wir denken

so überaus verblendet

wir seien herr

der lage

meister dieser erde

haben doch schon

vor so langer zeit

gegen uns selbst

gearbeitet

diesen planeten

und uns

gnadenlos

verraten

 

in zeitlupe

sehen wir genauer

in zeitraffer

sind wir am verblöden

tage kommen

tage gehen

irgendwann

wird es uns

nicht mehr geben

nur unsere uhren

die werden noch ticken

ihre zeiger sich stetig

weiter drehen

doch dann

ganz gewiß

ohne uns

 

 

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dankbar

gestern abend

bei einem guten freund

in der warmen küche

eis am fenster

im ofen eine ente

gespräche

vertraut sein, nähe

und etwas dunkelroter wein

 

unser lachen

und all die worte –

füllten mit jeder stunde

so königlich

den langen, schmalen raum

einmal öffnete ich das fenster

die nachtluft biß mir ins gesicht

 

ich blickte in den dunklen himmel

über unserer weiten stadt

und während der entenduft

nach draußen entwich

dachte ich im stillen

unendlich dankbar:

das ist das glück

das ist das glück

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eines tages…

auf meinem weg

durch endlos viele tage

bunt und durcheinander

eilig und bis zum bersten

angefüllt

gibt es dann auch oft

diese momente

die stillen

wo ich stehen bleibe

ausschau halte

nach einer spur

nach einem zeichen

von dir

 

du denkst

ich wär dir böse

oder du wärst mir

inzwischen einerlei

du denkst

was du denken magst

du lebst

was du leben musst

aber eines

eines sollst du wissen

(und du weisst es auch)

ich habe dich

nicht aufgegeben

 

und mit jedem tag

der kommt und geht

ist es einer weniger

in meinem leben

(auch in deinem)

es mag sein

dass die dinge

ihren eignen lauf haben

dass das schicksal sich nicht

von uns lenken lässt

dass alles seinen grund hat

usw

 

egal

wie sehr es mich

gerade schmerzt

wie sehr du mir auch fehlst

ich lass‘ dich los

ohne den glauben

an dich zu verlieren

ich wünsche dir alles

und noch so viel mehr

 

denn eines

das weiss ich genau

eines tages

werden wir uns

wiedersehen

und dir –

dir wird es dann

viel besser gehen

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cut

männer in grünen hosen

amputieren heute

eifrig und ganz schonungslos

der bäume arme

zu lang – zu wild gewuchtert

sagen sie

nähmen den nahen fenstern

das licht

ausserdem täte es

dem baum ganz gut,

der regelmäßige schnitt

 

und schon heult sie wieder

die motorsäge

es fallen

unter der vögel

schweigend blicke

nackte winteräste

und hilfloses gezweig

fallen auf die straße

liegen dort

stumm und sterbend

heimatlos geworden

auf gefrorenem asphalt

 

passanten steigen drüber

oder treten drauf

kinder bleiben stehen

und blicken hoch hinauf

ein hund

kommt schnüffelnd näher

hebt erst das bein

dann wölbt sich schon

der buckel

um schließlich voll erfreut

auf des haufen äste

einen eigenen

zu setzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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jetzt und hier

das meer

weit und

ruhig

darüber

spannt sich

zurückhaltend

und bleifarben

ein winterlicher

himmel

 

endlos

der helle strand

und

meine gedanken

ein paar möwen –

weiße tupfer

in der ferne

unter meinen schritten

zerbrechen

millionen winziger

muscheln

 

jemand

hat ein herz

in den nassen sand gemalt

ein wunsch

für das neue jahr?

ich bleibe stehen

blicke weit

habe keinen wunsch

bin

glücklich

jetzt und hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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résumé

bemerkenswert,

wie hochsensibel manche menschen

ihre eigene person wahrnehmen –

 

umso erstaunlicher ist es dann,

mit welcher intensiven gleichgültigkeit

und grobheit

sie anderen begegnen…

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hoffnung

mitten durch die menschenmassen

kreuze ich gedankenlos

blaue stunde, viele lichter

heisre stimmen

stoßen, drängen

trockne luft und überhitzt

draußen sind die straßen voll

 

aufeinmal tönt von irgendwo

eine melodie – mir allzusehr bekannt

und trifft mich

mittendrin

bin wie erstarrt

und bleibe stehen

mir ist

als greife jemand

an mein herz

 

der schatten

meiner traurigkeit

breitet seine schwingen aus

führt mich sanft

in längst vergang’nes

es zerreissen mich die klänge

sie sind so schön und

grausam doch zugleich

und in mir zieht es fürchterlich

 

ich irre durch die große stadt

in dieser blauen stunde

das lied

es folgt mir

auf schritt und tritt

ich blick‘ mich um –

bin unruhig und erwartungsvoll

gleichzeitig steigt ärger auf

das ist das dumme –

das dumme an der

hoffnung

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kritik

worte

in den wind gestreut

sie schwingen

hin und her

wirbeln

tanzen

sind pfeilschnell

und auch schwebend

formieren sich stets aufs neue

einfangen lassen sie sich

nicht mehr

 

unbezähmbar

vogelfrei

und ungeschminkt

sind sie mir entsprungen

irgendwann

fallen sie zu boden

versinken

dann

wird sich zeigen

was daraus

erwachsen kann

 

 

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vollmond über andalusien

der tag war

heiß und klebrig

lag wie schwerer honig

auf der haut

langsam gleite ich ins wasser

in dunkles kühles blau

 

schwebend – zeitlos

gedanken frei

alleine in der nacht

mondlicht fliesst

verschwenderisch

auf nasser haut

 

ein gefühl von sehnsucht

und unendlichkeit

hilflos und wohlig zugleich

darin paddelnd

gehe ich unter

aber nur ein bisschen

und träume

feierlich verschwommen

 

warmer nachtwind

trägt herbei

den duft der bäume

schwer und würzig

und in hohen trocknen gräsern

singen die zikaden

 

die zeit

sie fliesst gemächlich

majestätisch

wie ein großer breiter strom

alles ist so nebensächlich

nur das jetzt ist

wirklich wichtig

denn ich bin glücklich

und in der ferne

heult ein hund

 

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die reise nach innen

heute

lass‘  ich

alles hinter mir

lasse alles

stehen und liegen

mache türen zu

schließ‘ mich ein

steck‘ mich selbst

in ein vakuum

lasse niemanden herein

nur das licht

und auch die schatten

solln‘ meine gesellschaft sein

 

auf dem boden

liege ich

schwer und fast versunken

durch die räume weht musik

mit verbundenen augen

werd‘ ich eins

lass mich tragen

von den wogen

fühle mich 1000 jahre alt

und doch auch neugeboren

 

zeit wird verbannt

wird sanft verbogen

und ich schwebe

in and‘re dimensionen

heute

muss ich atmen

fesseln sprengen

und abheben

losgehen, ankommen

wegfahren und wiederkehren

muss meinen blick nach innen schärfen

um das wesentliche

zu erkennen

um unruhe zu stiften

und erneut das chaos zu entfachen

denn nur bewegung –  nicht die starre

vermag berge zu versetzen

 

d‘rum bin ich heute einfach still

allein mit mir und völlig pur

morgen

stoße ich die türe wieder auf

und sage

JA,  ICH WILL!

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