Archiv der Kategorie: Alltag

sturmperlen

der tag

wütete wie ein

unvorhersehbarer orkan

schlug um sich

in mich

mit aller macht

hinterließ mich

entließ mich

kraftlos

in der ödnis

nun sitze ich

erschöpft und leer

kurz hinter der

datumsgrenze

blicke erschrocken

zurück

auf diesen tag

24 stunden

eigentlich ja nur

ein kleines stück

der langen kette

meines lebens

aber ich

frage mich

wessen schlacht

ich geschlagen

und ob

ich nun

sieger bin

oder

verlierer?

und wie wird

am ende

diese kette

gestaltet sein

wieviel helle

und wieviel dunkle

tage

werden dort

aufgefädelt sein?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Alltag, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, kämpfen, Kraft, Leben, Lyrik, Seele

zu viel

manchmal

ist alles

zu viel

 

zu viel lärm

in den nächten

zu viele menschen

in dieser stadt

zu viele häuser

die den blick

begrenzen

zu viele straßen

die in die irre führen können

zu viel seichte musik

die von überall

in die ohren dringt

zu viel zusatzstoffe

in den dingen

die wir essen

zu viele gebrauchsanweisungen

die man nicht mehr lesen mag

zu viele ängste

die in jedem winkel hocken

zu viele grelle lichter

die uns blenden

zu viel tempo

das uns in den rasenden stillstand zwingt

zu viel

zu viel von allem

 

manchmal ist alles

zu viel

in diesem leben

zu viel

für mich

und ich wünsche mich

an einen ruhigen ort

wünsche mir

einfachheit

und raum

zum denken

atmen

LEBEN

weniger wäre

irgendwie

so viel mehr

 

manchmal ist das alles

einfach viel zu viel…

4 Kommentare

Eingeordnet unter Alltag, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Großstadt, kämpfen, Leben, Lyrik, Sehnsucht

schmutz

der schnee ist

weg

das eis getaut

die sonne steht

höher

und das licht strahlt

intensiver

 

zum vorschein

kommt

der ganze schmutz

dieser stadt

blendend

grell

kontrastreich

mit scharfen konturen

unübersehbar

aufdringlich

und

bitter

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Alltag, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Großstadt, Leben, Lyrik, Straße

strange day

aus nervösen stunden

bleiern erwacht

in den grauen tag

gespuckt

falle ich irgendwie

durch das raster

kippe gegen wände

fühl mich deplaziert

und schwach

es taut

aber ich

bin

immer noch

festgefroren

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Alltag, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Großstadt, Leben, Lyrik

notausgang

wenn schatten

nach mir greifen

das unglück

meinen alltag flutet

wenn ungebetene kräfte

mich nach unten

ziehen

und mir scheinbar

so gar nichts

wohl gesonnen

 

dann

hole ich tief luft

und tauche tiefer

bis ganz weit unten

denn dort

ist des strömungs kraft

interessanterweise äußerst

schwach

von dort ziehe ich

weiter

entferne mich vom kern des sogs

um an anderer stelle

aufzusteigen

hier ist

der auftrieb

erstaunlich leicht

und am ende

schwimme ich wieder

obenauf

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Alltag, Auftrieb, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, kämpfen, Kraft, Leben, Leid, Lyrik, Schmerz

dankbar

gestern abend

bei einem guten freund

in der warmen küche

eis am fenster

im ofen eine ente

gespräche

vertraut sein, nähe

und etwas dunkelroter wein

 

unser lachen

und all die worte –

füllten mit jeder stunde

so königlich

den langen, schmalen raum

einmal öffnete ich das fenster

die nachtluft biß mir ins gesicht

 

ich blickte in den dunklen himmel

über unserer weiten stadt

und während der entenduft

nach draußen entwich

dachte ich im stillen

unendlich dankbar:

das ist das glück

das ist das glück

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein, Alltag, Freundschaft, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Großstadt, Leben, Lyrik

cut

männer in grünen hosen

amputieren heute

eifrig und ganz schonungslos

der bäume arme

zu lang – zu wild gewuchtert

sagen sie

nähmen den nahen fenstern

das licht

ausserdem täte es

dem baum ganz gut,

der regelmäßige schnitt

 

und schon heult sie wieder

die motorsäge

es fallen

unter der vögel

schweigend blicke

nackte winteräste

und hilfloses gezweig

fallen auf die straße

liegen dort

stumm und sterbend

heimatlos geworden

auf gefrorenem asphalt

 

passanten steigen drüber

oder treten drauf

kinder bleiben stehen

und blicken hoch hinauf

ein hund

kommt schnüffelnd näher

hebt erst das bein

dann wölbt sich schon

der buckel

um schließlich voll erfreut

auf des haufen äste

einen eigenen

zu setzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein, Alltag, Bäume, Beobachtung, Gedanken, Gedichte, Gefühle, Großstadt, Leben, Lyrik, Straße