Archiv der Kategorie: Berlin

wunder

manchmal

nachts

sehe ich dich

wenn mein bewusstsein

der schwerkraft beraubt

seine eigenen wege geht

manchmal

nachts

überwindest du unendlichkeiten

um mich zu erreichen

stehst dann plötzlich

vor mir

mit tiefdunklem blick

und ich spüre

deine anwesendheit

dein lächeln

das mir gilt

sehe all das

was einmal war

und was jetzt ist

und wenn ich

in deine augen schaue

dann begreife ich

unsere seltsame

wunderbare

begegnung

in diesem leben

und ein stück

der unendlichkeit…

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erwachen

die luft so leicht

weit oben

vögelschwärme

am klaren himmel

es duftet nach anfang

wir kriechen aus dem schutz

der muffigen häuser

nach draußen

und strecken uns

geblendet vom gleißenden licht

das ungehindert durch

die kahlen bäume

auf uns farblose

fällt

die mäntel verscharrt

die schritte so leicht

der tag so viel länger

als in den wochen davor

ein inneres hüpfen

in federnden lüften

wir sind befreit

lassen uns wärmen

und tauen auf

zu lange

viel zu lange

dauerte

die

dunkle

zeit

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happy birthday

schwerfällig schieben sich

die minuten vorwärts

nur um sofort

in der vergangenheit

zu enden

wie ahnungslose motten

die in feuer schweben

um dort zu sterben

zwischen zwei tagen

zwei daten

zwischen heute und morgen

sitze ich

und denke

an dich

du liegst

in deinem bett

und sicher

bist du noch wach

ich kenne das zimmer

in dem du nun schon

so lange liegst

und ich weiß

dass du die uhr sehen kannst

gegenüber von deinem bett

und ich sehe dich

wie auch du die minuten beobachtest

wie sie kommen

und vergehen

sehe deine einsamkeit

denn niemand ist da

um dich in deinem neuen lebensjahr

zu begrüßen

zu umarmen

um mit dir anzustoßen

niemand

ist da

doch am anderen ende

dieser großen stadt

bin ich

bin noch wach

und weiß

wir beide blicken

auf die uhr

aber du weisst nicht

dass ich an dich denke

und dass ich um mitternacht

auf dich anstoße

dich innerlich umarme

und dich sanft

in dein neues lebensjahr

begleite

happy birthday

lieber freund

möge alles glück

auf deiner seite sein!

werde gesund

und kämpfe weiter!

du bist niemals

allein!

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glücklich am dunkelsten tag des jahres :-)

düstere tage

stürmisch

und leider kein schnee

in diesem land

durch regen und wind

laufen wir

am dunkelsten tag

des jahres

durch eine nassschwarze stadt

die zahlen sind wie

ein spiegelbild

schmetterlingsflügelgleich

– mein geburtstag –

an der hand

unsere goldkinder

lachen perlt

aus ihren kehlen

springt auf schimmernden asphalt

hüpft durch blätterverwaisete äste

schwirrt durch die rotschimmernde wärme

des restaurants

tanzt über  rotweinschwangere gläser hinweg

umarmt uns

so festlich und frei

und macht uns froh

stolz und

schwebend glücklich zugleich

wir alle

im wunderbaren freien fall

diese augenblicke

sollen bitteschön

für alle ewigkeit

sein

glücklich

am dunkelsten tag des jahres…

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the magic of a moment

schneidend kalter wind

der die ohren abfräßt

überall weihnachtslichter

funkelnd in der stadt

ich laufe neben meinen eltern

an der hand mein sohn

eng an mich geschmiegt

vor mir

mit lässig-eleganten schritten

die große

tochter

bald fort

weil halb erwachsen

und von hinten

umarmt mich

das warme lachen meines mannes

zusammen laufen wir

durch vereiste straßen

noch sehr erhitzt

vom letzten grappa

und dem breiten lächeln

des italienischen kellners

verabschiedung am taxistand

umarmung und liebevolle worte

für den weg nach hause

mein vater und meine mutter

winken lächelnd

ich blicke zurück

durch die beschlagene heckscheibe

sehe sie

im schein der gaslaternen

kleiner werdend

es ist ein moment

wie einer

der sich noch so oft

wiederholen könnte

aber ich bin mir auch

plötzlich schmerzlichst bewusst

es könnte

der letzte sein

wir

alle

so fröhlich

und unbeschwert

zusammen

und deshalb

bin ich unglaublich dankbar

für das jetzt

wie es gerade ist

denn da stehen sie

sind immer noch da

und winken…

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verloren…

ich halte es

nicht mehr aus

ich brauche

dich

wann

kommst du

endlich

wieder

zurück?

ich halte es

nicht mehr aus

nachts

in meinen träumen

renne ich

und renne

so wie

ich jeden tag

in real life

renne

das rennen

hört nicht auf

ich renne

und renne

und der untergrund

wird immer rutschiger

aber nur du

nur du

könntest mich

auffangen

aber du

bist

nicht

da

wann kommst du

endlich

wieder zurück

und fängst

mich auf

so

wie damals?

ich renne

und renne

renne mich

irgendwann

tot

wo bist du

wo  bist du

nur??

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schwer wiegt die luft…

klebrig
und süss
dieser sommer
schwer wiegt die luft
liegt wie nasser sand
auf der brust
nachts glüht die stadt
von der hitze des tages
kein wind, kein hauch
ein wenig regen
der zischend
auf heissen strassen
verdampft

keine sterne
kein mond
nur müde laternen
und gereizte schatten
schwer wiegt die luft

erdrückt mich
würgt mich
die gedanken wie blei
und sehnsucht
baut sich auf
wie gewitter
am horizont

sehnsucht
nach erlösung
nach einem ort
am meer

 

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warum?

 

wohin

wird es uns führen

dieses durcheinander

im leben

wohin?

sag es mir…

ich weiß

du weißt

was war

und doch

sind wir nun

noch weiter

voneinander entfernt

als jahre zuvor

du halbseitig gelähmt

der sprache

eigentlich allem

beraubt

pfleger wechseln

deine windeln

sprechen mit dir

als wärst du ein kind

als wärst du

geistig nicht da

und du kannst nichts dagegen tun

als es über dich ergehen zu lassen

 

du

der du einst so im leben

gestanden hattest

so stark

in allem

so ein rebell

so autark

so einzigartig

und nun

nur noch reduziert

auf einen  rollstuhl

windeln

in einem beschissenen

pflegeheim mit sabbernden greisen

du

in der blüte deines seins

wie kann das sein?

 

halbseitig gelähmt

die sprache

weg

alles was du machen kannst

ist weinen

und mit der gesunden hand

verzweifelt auf den rollstuhl schlagen

deine augen fluchen

flehen

bitten

aber  niemand versteht

niemand sieht

was du

hinaus schreien willst

keiner sieht

wer du warst

wer du noch immer

bist

 

warum

mein freund

ist das passiert?

warum

zuviel partys

zuviel drogen

zuviel von allem

dann der sturz

ins dunke nichts

warum?

ich hatte dich gewarnt

ich sah deinen tanz

am rande des abgrundes

und rief

lass es bitte sein

aber du hattest nur

böse gelacht

dann warst

du plötzlich

weg

warum

mein freund?

was hast du nur gemacht?

warum???

 

 

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isolation

 

die ganze verdammte stadt

steht kopf

lärm

weil

man das heute mag

weil heute

ein jahr endet

und ein neues beginnt

und du

liegst

bewegungslos

in deinem bett

und hörst draussen

den mob toben

du hörst die feiernden

wo du früher

einer von ihnen warst

immer in der ersten reihe

verrückt

verdreht

eiin waghalsiger

ein ritter der

ersten stunde

ein eroberer

ein abenteurer

kein erlebnis

war dir zu stark

zu gefährlich

keine sekunde

war zu knapp

du hast alle wellen

majestetisch reiten können

kein abgrund

war dir

zu tief

kein wagnis

zu riskant

 

du warst immer da

sprungbereit

mit einem breiten lachen

auf deinem gesicht

mit diesem frechen

jungenblick

heute nacht

habe ich leute gesehen

sie standen auf

dem dach

und sahen sich

das großstadtspektakel

gelassen und frei

von oben an

und ich sah dich

irgendwie

unter ihnen

wie du einst warst

und jetzt nicht mehr

bist

ich dachte an dich

wie du

in deinem bett liegst

und weisst

dass du

so

wie einst

nicht mehr bist

und vielleicht

auch nie mehr

sein wirst

 

und wie es

dich vielleicht

schmerzt

so abgetrennt

von diesem leben

da draussen

zu sein

vom vermeintlich

freisein dürfen

gekappt

zu sein

ich fragte mich

wie geht es dir

in diesen momenten

ich frage mich

wie es dir geht

gerade jetzt

so alleine

während die

ganze verdammte stadt

feiert….

ich frage mich

wie es dir

gerade geht

und ich weiss

es

einfach

nicht

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neujahrsblues

 

3 Uhr 57

die stadt tobt noch immer

im taumel

eines neuen jahresbeginns

am horizont

zucken noch immer

buntgrelle lichter

feuerwehrsirenen

heulen

zwischen johlenden

partygängern

die wie zugvögel

straßen kreuzen

 

ich sitze still

in der küche

und fühle mich

so unnütz plötzlich

so vermeintlich

abgestellt

während draussen

massen von feierwütigen

grell vorüberziehen

und das leben leben

will diese nacht denn niemals

enden?

unsere gäste sind schon lange

weg

auf ganz anderen wegen

wir haben üppig

opulent gespeist

teller stapeln

sich in der küche

wir haben getanzt

fotos gemacht

den augenblick

wie im wahn

zigmal

verewigt

die kinder

haben böller

vom balkon geworfen

wunderkerzen

erleuchten lassen

dann champagner

und mousse au chocolat

ganz dekadent ins

neue jahr

zählten laut

die letzten minuten

ganz berlin

ist in nebel

eingehüllt

und das bei sternenklarem himmel

null grad

und fast kein wind…

die kinder sínd im bette

 

ich sitze alleine

vor mich hin

denke an das gestern

und an das

was sein wird

und an das

was ich nicht

will

fühle michgerade

furchtbar einsam

ganz ermattet

und so still

während

draußen

die zukunft

erbarmungslos

feiern

will

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