Archiv der Kategorie: Herz

das verzerrte ich

 

 

 

nach hause

schleichend

kaum in der lage

einen klaren gedanken zu fassen

überfüllte u-bahn

müde gesichter

leerer kopf

ausgewrungen

ausgespuckt

keine kraft mehr

es riecht nach schweiß

es riecht nach traurigkeit

irgendwannn zu hause

die luft abgestanden

und schal

von abwesendheit

alle lampen an

trotzdem grau

die hohen wände

wo war dieser tag?

wo sind all die stunden geblieben?

was habe ich gemacht?

hamster im rasenden laufrad

mir ist nach tränen

doch die augen sind trocken

die lippen spröde

und im kopf

nichts als

bleierne schwere

blick aus dem fenster

blick

auf mein verzerrtes ich

in mir formt sich eine melodie

doch die stimme

versagt

ist zu brüchig

herauskommt nur

ein kläglich

halberstickter laut

will ich so leben?

tag für tag?

in der schlinge

stecken wir

machen dinge

die wir nicht wollen

gekrümmter rücken

hohlwangiges sein

jeden abend ins bett fallend

mit gedanken

die karussel fahren

so wie unser leben

viel zu schnell

drehen wir uns

an uns selber vorbei

wo ist die notbremse?

der stillstand

findet niemals stand

die jahre eilen dahin

einfach so

und mit ihnen

all unsere tiefsten wünsche

unser sein

wo ist mur

unsere unbekümmerte

kinderseele geblieben?

damals waren wir

noch unwissend

und doch wussten wir

wie es geht

das glücklichsein…

aber ich mich kaum noch

an mich selber

erinnern

an mich

als kind…

 

 

 

 

 

 

 

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dornröschenschlaf

wie

soll ich dir

heute

die welt

erklären?

du bist

seit jahren

im dornröschenschlaf

verückt

ist diese welt

völlig verrückt

geworden

wir wähnten uns

so sicher

damals

aber heute ist

nichts ist

davon geblieben

mein freund

wie soll ich dir

jetzt nur

die welt

erklären?

meine kinder

schauen mich fragend an

und ich schäme mich

abgrundtief

was wir

ihnen als zukunft

überlassen

das ist so

schäbig

das ist

so fürchterlich

mein freund

du schläfst weiterhin

den dornröschenschlaf

bekommst nichts mit

von diesem irrsinn hier…

irgendwie

beneide ich dich…

 

 

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airport

 

eiskristalle

auf fensterscheiben

auf den straßen

auf meinen wangen

das flugzeug hebt ab

darin sitzt du

dein letzter blick

an der sicherheitskontrolle

ein lächeln zwischen uns

egal wie weit

wir sind immer

eins

schwesterherz

bis bald wieder

 

 

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winter 2007

 

die lichter der autos

zerschnitten

die eisig kalte nacht

wir standen

in einem hauseingang

der arktische wind

fegte durch uns hindurch

und die kälte kroch

wie ein kichernder kobold

in uns

ich wollte nach hause

hatte dir schon

aufwiedersehen

gesagt

da nahmst du meine kalten hände

plötzlich in deine (die warm waren)

und sagtest:

geh nicht

nicht jetzt

und ich schaute dich an

minuten des schweigens

schwebten über uns

schneeflocken schmolzen

in unseren augen

und dann sagtest du:

bleib* bei mir

und ich sagte:

aber ich bin doch bei dir

und du sagtest:

komm mit zu mir

und dein blick

war so dunkel und endlos tief

ich sah dich an

schneeflocken schmolzen

in unseren augen

das war

in einer eisigen winternacht

in berlin 2007

ich erinnere mich

und schneeflocken

schmelzen in meinen augen

 

 

 

 

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pinball

 

crisp new year

eisiger wind

aus dem norden

sturmflut an den küsten

erstarrte kahle bäume

atem wird zu kristallen

ein gedanke

eine erinnerung

wie ein strahl

kochendes wasser

auf eis

du bist immer noch

da

egal

wieviel zeit

vergeht

da bin ich

ein pinball…

wie immer:

taken by surpise

my friend

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inside

 

Inside
Inside the doors are sealed to love
Inside my heart is sleeping
Inside the fingers of my glove
Inside the bones of my right hand
Inside it’s colder than the stars
Inside the dogs are weeping
Inside the circus of the wind
Inside the clocks are filled with sand
Inside she’ll never hurt me
Inside the winter’s creeping
Inside the compass of the night
Inside the folding of the land

Outside the stars are turning
Outside the world’s still burning

Inside my head’s a box of stars I never dared to open
Inside the wounded hide their scars, inside this lonesome sparrow’s fall
Inside the songs of our defeat, they sing of treaties broken
Inside this army’s in retreat, we hide beneath the thunder’s call

Outside the rain keeps falling
Outside the drums are calling
Outside the flood won’t wait
Outside they’re hammering down the gate

Love is the child of an endless war
Love is an open wound still raw
Love is a shameless banner unfurled
Love’s an explosion,
Love is the fire of the world
Love is a violent star
A tide of destruction
Love is an angry scar
A violation, a mutilation, capitulation, love is annihilation.

Inside the failures of the light, the night is wrapped around me
Inside my eyes deny their sight, you’d never find me in this place
Inside we’re hidden from the moonlight, we shift between the shadows
Inside the compass of the night, inside the memory of your face

Outside the walls are shaking
Inside the dogs are waking
Outside the hurricane won’t wait
Inside they’re howling down the gate

Love is the child of an endless war
Love is an open wound still raw
Love is a shameless banner unfurled
Love’s an explosion,
Love is the fire at the end of the world
Love is a violent star
A tide of destruction
Love is an angry scar
The pain of instruction
Love is a violation, a mutilation, capitulation,
Love is annihilation.

I climb this tower inside my head
A spiral stair above my bed
I dream the stairs don’t ask me why,
I throw myself into the sky

Love me like a baby, love me like an only child
Love me like an ocean; love me like a mother mild
Love me like a father, love me like a prodigal son
Love me like a sister, love me like the world has just begun
Love me like a prodigy, love me like an idiot boy,
Love me like an innocent, love me like your favorite toy
Love me like a virgin, love me like a courtesan,
Love me like a sinner, love me like a dying man.

Annihilate me, infiltrate me, incinerate me, accelerate me, mutilate me, inundate me, violate me, implicate me, vindicate me, devastate me

Love me like a parasite, love me like a dying sun
Love me like a criminal, love me like a man on the run

Radiate me, subjugate me, incubate me, recreate me, demarcate me, educate me, punctuate me, evaluate me, conjugate me, impregnate me, designate me, humiliate me, segregate me, opiate me, calibrate me, replicate me

Lyrics: www. sting.com

 

 

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miracle

 

aufeinmal

ist alles

möglich

der scheinbar

endlos tunnel

ist durchlaufen

und nun

freies

offenes gelände –

strahlender himmel

über uns

und visionen

und hoffnung

aufeinmal greifbar

und real

so viel freude

so viel kraft

freigesetzt

raketengleich

schiessen wir

durch dimensionen

sehen plötzlich

milliarden

von möglichkeiten

die vor uns

im aufgehenden licht

tanzen

und

am horizont

wartet

lächelnd

die

zukunft

also

los!

 

 

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wunder

 

für t.

der plötzlich

nach 5 jahren

wieder spricht

obwohl

kein neurologe

daran glauben wollte

für t.

der uns alle

immer wieder

überrascht

hey, babe,

spread your wings

zeig zähne

und mach weiter

und sei

dein eigenes

weltwunder!

denn du bist eines!

 

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das puzzelteil

unser leben

ein tropfen 

im weiten ozean

ein funke

im universum

ein kurzes zucken

ein hauch

eine winzige welle

in den weiten 

der unendlichkeit

was sind wir

und warum

und wohin

ist es schicksal

oder sind wir zufall

oder doch teil 

eines grossen plans

jeder schritt

den wir gehen

wohin führt er uns

oder werden wir gelenkt

wohin treiben wir

unsere gedanken

strömen und wir mit ihnen

und wenn unsere seele schreit

wenn diese sehnsucht 

uns innerlich zerreisst

was ist der sinn

unseres seins

gibt es jemanden

der da liebevoll

über uns wacht

oder sind wir nur

verdammte

die wie blind

durch dieses leben irren

vom anfang bis zum ende

ganz allein 

auf uns gestellt

oder gibt es doch vielleicht

ganz verborgen

einen höheren sinn

für all den schmerz

für das viele unglück

könnte es am ende

die kraft 

der liebe sein

das puzzelteil

des grossen ganzen

?

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irgendwann

nach einem langen jahr

habe ich dich wiedergesehen

und während sich mein leben

überschlagen hat

ist bei dir

noch alles

so wie vor 

einem jahr

ich hatte

so viel hoffnung

dass inzwischen ein wunder

geschehen sein könnte

dass du mittlerweile

wieder sprechen könntest

laufen..

aber als ich dich heute traf

war alles

was ich sah:

stillstand und

resignation

aber deine freude

mich wiederzusehen

war grenzenlos

dein lachender blick

die berührung deiner gesunden hand

auf meiner

aber dann deine trauer

als ich ging

brach

mein herz

in hunderttausend stücke

ich wollte dich nicht

zurücklassen..in diesem elend

du 

ein mann in der mitte

seines lebens

mit hirnschädeltrauma

abgestellt in einem pflegeheim

umgeben von alten demenzkranken

du

der du einst gemalt hast

wie kein anderer

der schlagzeug spielte

wie kein anderer

der auf der sprache tanzte

wie kein anderer

der lachen konnte

wie kein anderer

der mit mir bis spät in die nacht philosophierte

wie kein anderer

der wie ein feuerwerkskörper durch das leben schoss

wie kein anderer

und nun das

der mich heute 

so voller verzweiflung ansah

wie kein anderer

und als ich von mut und hoffnung sprach

mich so tieftraurig ansah

wie kein anderer

und als ich gehen wollte

an meiner armbanduhr drah

als könnte man damit die zeit

zurückdrehen…

da war mir klar

kein anderer

hat mich je so tief

berührt

alles wird gut

irgendwann

irgendwann

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