Archiv der Kategorie: Kraft

zu spät

 

 

zusammen gesunken

auf einem stuhl

spät in der nacht

die schatten an den wänden

werden lang

und die kälte kriecht

schleichend in mich

ich blicke zurück

laufe mich taub

in erinnerungen

und dann

brechen plötzlich

staudämme

zerbersten mauern

alltagskonstrukte

stürzen ein

masken zerfallen

bröseln einfach so dahin

und ich liege nackt

in den gewaltigen fluten

der erkenntnis

dass das alles so gar

nichts nützt

das was war

werde ich nicht mehr

ändern können

sehnsucht

ist

eine

verdammt

einsame

reise

 

 

 

 

 

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für immer

 

 

für immer

gewoben das band

egal

was geschieht

es wird niemals

reißen

diese kraft

ist unerschöpflich

beständig

gegen alle witterungen

dieses lebens

eingeflochten

so viel hoffnung

und der glaube

dass man das unmögliche

möglich machen kann

der hauptstrang

besteht

aus purer

purer liebe

daher lautet

das haltbarkeitsdatum:

für immer!

 

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alles auf anfang

 

 

der eine fuß wippt bereits

über der kante

irgendwo zuckt es wild

irgendwie zieht es

auch ganz fürchterlich

sehnsüchtig

ach

das seufzen so klar

und tief

direkt aus der mitte

in den ohren

der pulsschlag

betörend

verstörend

der andere fuß

zieht nach

wie in zeitlupe

wird die idee

geboren

bereit

geboren zu werden

abzuheben

freie flügelschläge

unterm indigo himmel

sonnenstrahlen schräg

unter staunenden wimpern

einatmen

ausatmen

einatmen

und dann

los…

 

 

 

 

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das verzerrte ich

 

 

 

nach hause

schleichend

kaum in der lage

einen klaren gedanken zu fassen

überfüllte u-bahn

müde gesichter

leerer kopf

ausgewrungen

ausgespuckt

keine kraft mehr

es riecht nach schweiß

es riecht nach traurigkeit

irgendwannn zu hause

die luft abgestanden

und schal

von abwesendheit

alle lampen an

trotzdem grau

die hohen wände

wo war dieser tag?

wo sind all die stunden geblieben?

was habe ich gemacht?

hamster im rasenden laufrad

mir ist nach tränen

doch die augen sind trocken

die lippen spröde

und im kopf

nichts als

bleierne schwere

blick aus dem fenster

blick

auf mein verzerrtes ich

in mir formt sich eine melodie

doch die stimme

versagt

ist zu brüchig

herauskommt nur

ein kläglich

halberstickter laut

will ich so leben?

tag für tag?

in der schlinge

stecken wir

machen dinge

die wir nicht wollen

gekrümmter rücken

hohlwangiges sein

jeden abend ins bett fallend

mit gedanken

die karussel fahren

so wie unser leben

viel zu schnell

drehen wir uns

an uns selber vorbei

wo ist die notbremse?

der stillstand

findet niemals stand

die jahre eilen dahin

einfach so

und mit ihnen

all unsere tiefsten wünsche

unser sein

wo ist mur

unsere unbekümmerte

kinderseele geblieben?

damals waren wir

noch unwissend

und doch wussten wir

wie es geht

das glücklichsein…

aber ich mich kaum noch

an mich selber

erinnern

an mich

als kind…

 

 

 

 

 

 

 

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dornröschenschlaf

wie

soll ich dir

heute

die welt

erklären?

du bist

seit jahren

im dornröschenschlaf

verückt

ist diese welt

völlig verrückt

geworden

wir wähnten uns

so sicher

damals

aber heute ist

nichts ist

davon geblieben

mein freund

wie soll ich dir

jetzt nur

die welt

erklären?

meine kinder

schauen mich fragend an

und ich schäme mich

abgrundtief

was wir

ihnen als zukunft

überlassen

das ist so

schäbig

das ist

so fürchterlich

mein freund

du schläfst weiterhin

den dornröschenschlaf

bekommst nichts mit

von diesem irrsinn hier…

irgendwie

beneide ich dich…

 

 

3 Kommentare

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in zeiten des überflusses….

anständig zu sein

muss beigebracht werden

momentan habe ich das gefühl

das dies in den letzten jahren

großartig vernachlässigt worden ist

ich ich ich

das ist

was ich tagtäglich erlebe

wo ist unsere anständigkeit geblieben?

wo existiert noch mitgefühl?

empathie?

wo hat die menschlichkeit

noch einfluss

jeder kehrt verbissen

in seinem eigenen vorgarten

achtet auf seinen zaun

das andere interessiert

nicht

diese kälte

in zeiten

des überflusses

erschreckt mich…

wo ist

die anständigkeit

geblieben?

wo kämpfen menschen noch

für das wohl anderer?

wo erhebt man sich

wenn ungerechtigkeit

überhand nimmt?

wo steht man auf?

erhebt das wort?

wenn andere

schutz suchen?

hier bei uns

wo es uns so gut geht

werden die töne kälter

die worte harscher…

wir sehen zu

wie menschen in eiskalten fluten

ertrinken

ihre kinder im dunklen meer

verlieren

und schreien:

geschieht ihnen doch recht!

jeder hat eine wahl.

sollen die doch zuhause bleiben..

die wollen uns doch nur

etwas wegnehmen…

wo ist unsere anständigkeit

geblieben.

…wo ist

unsere menschlichkeit

geblieben ??

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kalt ist…

 

kalt ist

dieser winter

und erstarrt

verfolgen wir

das gebaren

von narzißten

die könig spielen

während sie ihr eigenes

spiegelbild anbeten

ziehen sie

grinsend

die schlinge

enger

treten ihre absätze

auf werte

wie freiheit

demokratie

und menschenwürde

kalt ist dieser winter

wind

hatte man gesäät

und nun stehen

die zeichen auf sturm

wir waren alle

so verdammt

bequem

lagen mit geschlossenen augen

wohlig räkelnd

auf unserem

täglich einerlei

und haben nicht bemerkt

(oder wollten es nicht sehen)

wie sich in der zwischenzeit

das unheil ausgebreitet hat

es gab schon viele

solcher winter

wir haben

einfach

nichts

gelernt…

 

 

 

 

 

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airport

 

eiskristalle

auf fensterscheiben

auf den straßen

auf meinen wangen

das flugzeug hebt ab

darin sitzt du

dein letzter blick

an der sicherheitskontrolle

ein lächeln zwischen uns

egal wie weit

wir sind immer

eins

schwesterherz

bis bald wieder

 

 

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winter 2007

 

die lichter der autos

zerschnitten

die eisig kalte nacht

wir standen

in einem hauseingang

der arktische wind

fegte durch uns hindurch

und die kälte kroch

wie ein kichernder kobold

in uns

ich wollte nach hause

hatte dir schon

aufwiedersehen

gesagt

da nahmst du meine kalten hände

plötzlich in deine (die warm waren)

und sagtest:

geh nicht

nicht jetzt

und ich schaute dich an

minuten des schweigens

schwebten über uns

schneeflocken schmolzen

in unseren augen

und dann sagtest du:

bleib* bei mir

und ich sagte:

aber ich bin doch bei dir

und du sagtest:

komm mit zu mir

und dein blick

war so dunkel und endlos tief

ich sah dich an

schneeflocken schmolzen

in unseren augen

das war

in einer eisigen winternacht

in berlin 2007

ich erinnere mich

und schneeflocken

schmelzen in meinen augen

 

 

 

 

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für meine schwester

 

du kamst

um den halben erdball

geflogen

um mich zu sehen

wir hatten so wunderbare

wintertage zusammen

sind zusammen

in ein neues jahr

getanzt

so viel lachen

wärme und nähe

und wir haben so getan

als wären wir wieder

kinder

aber diese tage

sind nun vorbei

und morgen reist du

wieder zurück

wirst dich gegen 11 uhr vormittags

in ein flugzeug setzen

das dich mit jeder minute

weiter von mich

wegträgt

heute abend

eine letzte umarmung

fest und stumm

verlegene worte

weil das sich-vermissen

schon bleiern schwer

zwischen uns hing

pass gut auf dich auf

kleine schwester

die

mit dem großen herzen

ich wünschte

du würdest nur um die ecke wohnen

und wir müssten nicht wieder

jahre sparen und warten

um uns

wiederzusehen…

 

 

 

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