Archiv der Kategorie: Krieg

vor dem abgrund…

 

 

als ich jung war

gab es den eisernen vorhang

waldsterben

und tschernobyl

dann kam 1989

die mauer in berlin fiel

und damit der gesamte ostblock

hoffnung war wieder

obenauf

30 jahre später

sind wir gut vernetzt

mit der ganzen welt

wissen besser bescheid

über alles

als je zuvor

unsere augen haften

wie hypnotisiert

auf bildschirmen

wissen ist macht

und doch scheint es so

als befänden wir uns

in einer totalen starre

plastik flutet unsere ozeane

das klima kollabiert

insekten sterben

während autokraten regieren

und rechts wird überall schick

krieg ist nichts von gestern

und auch die armut und der hunger

bestimmen nach wie vor die welt

zwingen menschen auf die flucht

und da

wo sie hin wollen

will man sie nicht

wir starren lieber weiter

auf unsere smartphones

und machen kussmünder-selfies

vor dem abgrund…

 

 

 

 

 

 

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die fernen lichter…

 

 

trümmer

bomben

tote

und immer

hunger und durst

angst

und immer

diese angst

die begleiter

eines siebenjährigen

lebens

die eltern hilflos

und irgendwann

die flucht

weg vom krieg

weg von dem irrsinn

ein langer marsch

durch länder

wo man nicht gewollt ist

und dann

das meer

ein boot

es ist nacht

die mutter sagt

dass es nicht mehr weit sei

das ufer

das land

wo man sicher sei

man kann lichter in der ferne sehen

alles wird gut

flüstert seine schwester

der wind ist stark und so kalt

die wellen

dunkle berge

und viel zu hoch

nichts durfte man mitmehmen

aber den teddy hält er trotzdem noch

ganz fest an sich gepresst

und dann geht alles so schnell

das boot voller wasser

schreie

hände

die nach ihm greifen

und sich im wasser verlieren

er geht unter

er schluckt wasser

salzig und kalt

sein schrei nach mama

verschluckt

er sinkt

die rettungsweste

billig auf dem markt gekauft

hilft nicht gegen diese kälte

er kann den kopf oben halten

und stampelt

wo sind die anderen

so sind seine eltern

wo seine schwester

wo sein teddy

wenn er auf einem wellenkamm schwimmt

kann er die fernen lichter sehen

das gefühl in den beinen ist weg

angst angst angst

wo sind seine eltern

wo ist seine schwester

wo ist teddy

 

 

 

 

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blindgänger

wir stecken noch immer

in unseren kinderschuhen

und laufen damit durch

erwachsene welten

und wundern uns

dass unsere füsse

schmerzen

und sie uns nicht weit

tragen

wir kriechen

unter unsere babydecke

auf der suche nach schutz

und wärme

ziehen hier und

ziehen da

und wundern uns

dass wir ständig

frieren

wir sehen mit unseren

kinderherzen

in eine welt

die wir so

niemals wollten

und wundern uns

dass wir mit den jahren

innerlich

erblinden

als wir kinder waren

klein und voller neugierde

kannten wir keine angst

wir bewegten uns in

spielerischer sicherheit

ganz unbefangen

und frei

kannten keine grenzen

und waren

pure liebe

es waren die großen

die uns

das fürchten lehrten

die uns die liebe stahlen

das vertrauen nahmen

die uns zweifel überzogen

unsere flügel stutzten

und uns in anpassung

zwängten und unsere

kindlichen träume

zertraten

wir wuchsen auf

in unseren korsetts

wurden zu den großen

die nun

mit verkrümmten füßen

immerzu frierend

eingeschlossen

in ihren einsam

blinden

herzen

in einer welt

herumstraucheln

die uns das

fürchten lehrt

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anker

 

gib mir

deine hand

gib mir

diesen einen blick

und alles fließt von selbst

von dir zu mir

und umgekehrt

bäume schlagen aus

gras wächst

das meer bewegt sich

unter dem mondlicht

menschen sterben

und andere werden gerade

geboren

musik wird komponiert

geschichten geschrieben

filme gedreht

äcker geflügt

früchte geerntet

kriege geführt

revolutionen entbrennen sich

menschen auf der flucht

häuser niedergebrannt

und so viel elend

neben banalem

wir sind hier

mittendrin

und egal

was ist

wir brechen durch

brechen aus

du und ich

gib mir deine hand

deinen blick

diesen einen blick

der mich so

in meiner mitte triift

dann mag passieren

was passieren muss

aber ich weiß

dass du

immer

bei mir

bist

 

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warum?

 

immer wieder

hass

zerstörung

blut

tod

und

leid

immer wieder

seit es uns

menschen gibt

ich bin es so

leid

 

immer wieder

flucht

vertreibung

hunger

und elend

immer wieder

auf dieser erde

immer wieder

ich bin es so

leid

 

warum?

warum

immer wieder?

warum?

ich bin es so

leid

 

gewidmet all jenen, die in kriegsgebieten leben…vorallem gewidmet den kindern….

inspiriert von einem video (das ich leider hier nicht hochladen kann)…“atlas“ von coldplay…http://youtu.be/kBnDRN6bbUM….

 

 

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