Archiv der Kategorie: Straße

reisegepäck

in siebenmeilenstiefeln

bin ich all die jahre

weiter gelaufen

über hohe gipfel

durch dunkle täler

über holperige pfade

und rutschige strassen

habe mich ein paar mal

grandios verirrt

bin an falschen orten gelandet

doch bin ich

immer weiter gelaufen

bin weit gekommen

doch egal wo ich war

dein lächeln

konnte ich immer sehen

dein unglaublicher blick

der mir galt

hat sich in mir

festgebrannt

ja, ich bin weit gekommen

doch niemals

weg

von

dir

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the magic of a moment

schneidend kalter wind

der die ohren abfräßt

überall weihnachtslichter

funkelnd in der stadt

ich laufe neben meinen eltern

an der hand mein sohn

eng an mich geschmiegt

vor mir

mit lässig-eleganten schritten

die große

tochter

bald fort

weil halb erwachsen

und von hinten

umarmt mich

das warme lachen meines mannes

zusammen laufen wir

durch vereiste straßen

noch sehr erhitzt

vom letzten grappa

und dem breiten lächeln

des italienischen kellners

verabschiedung am taxistand

umarmung und liebevolle worte

für den weg nach hause

mein vater und meine mutter

winken lächelnd

ich blicke zurück

durch die beschlagene heckscheibe

sehe sie

im schein der gaslaternen

kleiner werdend

es ist ein moment

wie einer

der sich noch so oft

wiederholen könnte

aber ich bin mir auch

plötzlich schmerzlichst bewusst

es könnte

der letzte sein

wir

alle

so fröhlich

und unbeschwert

zusammen

und deshalb

bin ich unglaublich dankbar

für das jetzt

wie es gerade ist

denn da stehen sie

sind immer noch da

und winken…

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schwer wiegt die luft…

klebrig
und süss
dieser sommer
schwer wiegt die luft
liegt wie nasser sand
auf der brust
nachts glüht die stadt
von der hitze des tages
kein wind, kein hauch
ein wenig regen
der zischend
auf heissen strassen
verdampft

keine sterne
kein mond
nur müde laternen
und gereizte schatten
schwer wiegt die luft

erdrückt mich
würgt mich
die gedanken wie blei
und sehnsucht
baut sich auf
wie gewitter
am horizont

sehnsucht
nach erlösung
nach einem ort
am meer

 

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frühdienst

 

nachtschwärze weicht

einem zarten glimmen

am horizont

der masse herzen

schlägt im sanften takt

des schlafmodus

millionenfach

das ruhige atmen

auf zerwühlten laken

und zerdrückten kissen

nicht ahnend

dass sich draußen

unaufhaltsam

ein neuer tag

erhebt

 

die straßen still

und leer

einsam

fahre ich

auf der stadtautobahn

wie der letzte überlebende

der menscheit

laternenlicht

und verblassende sterne

mein stummes

geleit

 

alles ist so unschuldig

in diesen ersten stunden

eines neuen tages

unschuldig und

unbeschrieben

wie das antlitz

eines neugeborenen

vor dem erwachen

 

die luft

frisch und würzig

was später schal

und verbraucht

noch ruht der riese

die gigantische maschinerie

still gelegt

ein paar zuckungen

hier und da

das räkeln

sanftes zittern

bevor die motoren

starten

und sich die hallen füllen

 

gestern ist vorbei

und das heute

sich augenreibend

zum sprung bereit

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ohne dich

mitternacht

die straßen sind

verschneit

schneeflocken

auf meinem gesicht

der lärm der stadt

wie von zauberhand

verschluckt

so laufe ich

und weiß

es ist dein geburtstag

in dieser stillen nacht

 

all die straßen

die wir früher

zusammen durchkreuzten

lachend und redend

so ahnungslos

nicht wissend

was noch kommen sollte

und was heute ist

 

ich laufe vorbei

an dieser bar

wo wir vor drei jahren

um genau diese zeit

auf dein wohl anstießen

dein gesicht

so freudig glühend

während draußen sanft

der schnee

vom himmel fiel

 

heute sind all diese orte

leer, dunkel und

verlassen

so wie mein herz

das ohne dich

sehr mühsam

weiterschlägt

 

es ist dein geburtstag

und ich denke an dich

denke an all das

was einmal war

an dich

an dein sein

der schnee

er fällt wieder

sanft vom himmel

 

nur diesmal

fällt er

ohne dich

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weihnachtsnacht

 

die kerzen

abgebrannt

die töpfe

leer

das geschirr wieder

sauber im schrank

auf dem tisch

brotkrümel

zerknüllte servietten

und ein paar verwaiste gläser

 

weihnachtsnacht

wenn alle schon gegangen

in diesen räumen

hatten wir

stunden voller lachen

köstliche speisen

hellwarme gespräche

und glänzende kinderaugen

geschenkpapierberge

zwischen erwachsenenbeinen

und all dies

war so lang ersehnt

und ist nun doch

schon wieder

vergangenheit

 

weihnachtsnacht

wenn alle schlafen

stehe ich mit

einem letzten glas wein

und einer zigarette

auf dem balkon

blicke auf dunkle

stille strassen

in ein paar erleuchtete fenster

sehe einen alten mann

an seinem küchentisch

der dort einsam sitzt

wie jeden tag

 

weihnachtsnacht

am himmel keine sterne

kein schnee

der friedlich fällt

kein festlich glanz

nur trübes laternenlicht

das in schwarze pfützen sinkt

ein paar gestalten

die im schutz der schatten

ihrer stillen wege eilen

und ein betrunkner mensch

der sich an der ecke

erbricht

 

weihnachtsnacht

ich habe glück

in meinem diesem leben

denke ich still

und dankbar

lösche die letzten lichter

noch einen blick

auf die schlafenden kinder

die schon bald zu groß

für den weihnachtsmann

so staune ich

und dann

lege ich mich

lächelnd

neben

dich

 

 

 

 

 

 

 

 

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sommernachtstraum

regen peitscht

ganz plötzlich

vom aufgewühlten himmel

fegt mit gewaltigen böen

durch dürstende straßen

prasselt sintflutartig

auf glühenden asphalt

über verstaubte plätze

rauscht durch schlaffes blätterwerk

und über verbrannte rasenflächen

baut sich tosend auf

zu hundert wasserfällen

braust zornesgleich über

millionen erhitzter dächer

und im blitzgewitter

zieh ich meine schuhe aus

erhebe meine arme

atme sommerleben ein

sauge an der frisch gebor’nen kühle

und mein herz

schlägt

wie auserkoren

so tanze ich

auf schwimmenden wegen

barfuß

im wunderlichsten

sommerregen

selbstverloren

und sehr glücklich

wie in einem

fiebertraum

aus vergangnen kindertagen

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julinacht

klebrig süß

wie warmes karamell

die luft

von warmer sommernacht

schlaflos

nicht endend wollend

und getrieben

lebenslust

den augenblick für immer

krönend

spült auf seltsamen wogen

durch die aufgeheizte

stadt

strömt durch dunkle straßen

hier und da

ein helles lachen

träge schritte

auf schwimmendem asphalt

das klirren von

weingefüllten gläsern

und dazwischen

bellt heiser

ein verlassner hund

 

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großstadtsommernachtsgeruchsimpressionen

leichter regen

auf abendwarmen stadtasphalt

lindenblüten, sperrmüll

abgase und  feuchter sand

ein hauch von rasierwasser

oder parfum

zigarettenrauch

u-bahn-dunst

und ausgehfrische hemden

dazwischen

die ahnung schalen bieres

hundekot und altem mauerwerk

nachtatmen des parks

und seiner dunklen wiesen

gebratenes aus neonhellen läden

noch warme reifen von geparkten wagen

und

frisch gedruckte zeitungen

auf kühlen hausflurböden

 

…etc etc

 

 

 

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sehnsucht

diese nächte

warm und

dicht

erinnern mich

an den süden

in frankreich

so satt

und schwer

die abendbrise

voll intensiver

gerüche

ein zartes kühlen

auf der haut

 

in diesen nächten

fehlt mir

das meer

die weite

das leise wellenschlagen

an dunkle strände

meiner seele

liebster klang

und sand

noch warm

vom tagesglühen

 

der zikaden

rhythmischer gesänge

sehnend

am offnen fenster

in der stadt

trinke ich

dunkelroten wein

autorauschen

türenschlagen

kronkorken klappern

auf asphalt

und

am himmel

ferne

sterne

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