Archiv der Kategorie: Straße

nachtkalte strassen

im diffusen licht

der nacht

schwimmen ein paar

arme schatten

durch nasskalte strassen

durchschneiden eilig

anonyme wagen

die groben flächen

dieser stadt

 

scharfe schritte auf

asphalt

mauern

türen

dunkle höfe

risse

löcher

dann und wann

ein gleißend licht

schwer hängt der geruch

von kaltem fett

und tagespuls

zwischen finstren

häuserreihen

 

schweigend

all die

abgekühlten motoren

es ruhen

u-bahnen und

baumaschinen

wie schlafende giganten

bewegungslos und stumm

sanft schlummert

der riese

dieser stadt

 

ein fuchs

eilt lautlos

in richtung park

sonst niemand

zu dieser

seltsam fremden stunde

nur ich

am fenster

blicke

schweigend

in

die

nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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höhere gewalt

der tag

wird zur nacht

der winter

zum frühling

die erde dreht sich

während

andere planeten

irgendwo

verglühen

 

ich wache auf

schlafe wieder ein

uhren ticken

zeiger

die sich drehen

ich stehe auf

und

leg mich

wieder hin

 

weißes papier

fotos

die vergilben

quellen sprudeln

flüsse versiegen

gras wächst

blumen verblühn

menschen sterben

andere werden

geboren

 

gedanken

die sich drehen

an den wänden

alte spiegel

meine augen

verbunden

so tappe ich

durch straßen

kreuzungen

so viele

 

wohin

soll

das alles

noch

führen?

 

 

 

 

 

 

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schmutz

der schnee ist

weg

das eis getaut

die sonne steht

höher

und das licht strahlt

intensiver

 

zum vorschein

kommt

der ganze schmutz

dieser stadt

blendend

grell

kontrastreich

mit scharfen konturen

unübersehbar

aufdringlich

und

bitter

 

 

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nach hause…

schnee fällt auf asphalt

und wird zu schwarzem

wasser

laternenlicht

so schwach

dass es sich

in pfützen

bricht

ein mann mit hund

schwankt um die ecke

er sieht mich

nicht

 

zwei, drei autos

ziehen

eilig durch das

labyrinth der nacht

hinter manchen fenstern

fließt warmes licht

und

hauseingänge ruhen

wie dunkle mäuler

an fassaden

erwarten

niemand mehr

zu dieser stunde

 

ich schreite

durch die

eignen schatten

nass ist mein gesicht

und

der mantel

schwer

fühl mich fremd

und auch

verloren

auf dem

weg

nach

hause

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zuverlässig

aufatmen

gelöste bewegung

im strahlenden licht

lächelnde gesichter

der himmel

knallblau

kinder

auf dem heimweg

werfen ihre mützen

weg

starrer asphalt

beginnt zu vibrieren

jemand summt ein lied

im offenen wagen

 

noch ist

alles kahl

doch die häuserfassaden

leuchten schon

voller kraft

fenster weit offen

auf den straßen

das leben

federnd der gang

und

die rücken

gerade

 

man will es

nie glauben

doch alles

kehrt

zurück

etwas endet

neues beginnt

und

die menschen

erleichtert

denn

es

ist

zuverlässig

 

 

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spurensuche

ich suche

dich

in einem raum

in dieser stadt

auf einem u-bahnhof

zwischen den zeilen

in einer melodie

nachts im traum

in der kälte des winters

unter einer kapuze

hinter dem mond

in der tobenden see

auf regennassem asphalt

beim blick aus dem fenster

zwischen den monaten

und jahren

die vergehen

 

ich suche dich

in einer erinnerung

und in vielen

stillen momenten

über der athmosphäre

und unter hartem gestein

beim ticken der uhr

in einem fremden gesicht

im morgendlichen nebel

und auf alten gleisen

zwischen den tapeten

in dielenritzen

in einem film

in kreisenden gedanken

und in

mir

 

du

bist

fort

und doch

überall

weil

in

mir

 

 

 

 

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fremd

es rollt

der freunde lachen

gezeitenmäßig

durch den späten

abend

bässe schlagen

ins gedärm

mein blick flieht

verloren

auf die straße

am fenster ist es kalt

 

jemand reicht mir

ein glas wein

wirft

netze aus

mit nettem blick

und

mit vielen worten

die ich nicht

versteh

 

eine frau tanzt

mit geschlossnen augen

im pfauenkleide

drei männer

stehen maskengleich

daneben

und

halten sich an flaschen

fest

 

ich blicke noch immer

auf die dunkle straße

und beschließe dann

zu gehen

 

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cut

männer in grünen hosen

amputieren heute

eifrig und ganz schonungslos

der bäume arme

zu lang – zu wild gewuchtert

sagen sie

nähmen den nahen fenstern

das licht

ausserdem täte es

dem baum ganz gut,

der regelmäßige schnitt

 

und schon heult sie wieder

die motorsäge

es fallen

unter der vögel

schweigend blicke

nackte winteräste

und hilfloses gezweig

fallen auf die straße

liegen dort

stumm und sterbend

heimatlos geworden

auf gefrorenem asphalt

 

passanten steigen drüber

oder treten drauf

kinder bleiben stehen

und blicken hoch hinauf

ein hund

kommt schnüffelnd näher

hebt erst das bein

dann wölbt sich schon

der buckel

um schließlich voll erfreut

auf des haufen äste

einen eigenen

zu setzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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